Arbeitstreffen 2022 LemaS-PEP

Anfang Januar war es wieder soweit, das erste Arbeitstreffen diesen Jahres fand statt. Darauf folgten im Februar weitere drei Treffen, welche coronabedingt jedoch leider digital umgesetzt wurden. An den Treffen nahmen die Partnerschulen des Projekts teil, welche wir wie immer in regional geclusterte Gruppen auf die vier Termine aufteilten. Der Fokus aller Arbeitstreffen lag diesmal auf der Identifikation begabungsförderlicher Strukturen und der Integration von PEP in die bereits bestehenden Schulstrukturen unserer Projektschulen.

Begabungsförderliche Strukturen 

Was sind eigentlich begabungsförderliche (Schul-)Strukturen? Um die PEP in den Schulen anzuwenden und auch nachhaltig in den Schulalltag zu integrieren, stand zu Beginn aller Treffen diese Frage im Raum.  Begabungsförderliche Strukturen umfassen für uns alle schulischen Rahmenbedingungen sowie Werte, Haltungen und Handlungen von Lehrkräften, welche die individuelle Entwicklung von Leistungspotenzialen der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich um die gegebenen Bedingungen an den Schulen, aber auch um die pädagogischen Handlungsweisen gegenüber den Schüler:innen handelt.

LemaS, kurz für “Leistung macht Schule”, hat diese Strukturen in Form von sechs Dimensionen, den sogenannten “SELF-Dimensionen” (Glossar S – SELF), operationalisiert und ermöglicht dadurch vor allem eine strukturelle Orientierung im Prozess der begabungsförderlichen Schulentwicklung. Zu diesen sechs Dimensionen gehören:

  • Grundlagen und strukturelle Rahmenbedingungen
  • Pädagogischer Konsens – Grundbegriffe, Ziele, Werte, Haltungen  
  • Kommunikation, Kooperation und Netzwerke
  • Förderorientierte Diagnostik und diagnosebasierte Förderung 
  • Erkennen und Fördern bereichsspezifischer Begabungen im (Fach-)Unterricht
  • Begleitung und Beratung 

Die Komplexität umd Vielfalt der Dimensionen zeigt auf, wie vielschichtig die Strukturen von Schulen sind und dass eine Schulentwicklungsprozess viele Faktoren berücksichtigen sollte. Die Dimensionen sind dabei nicht komplett trennscharf anzusehen, sondern gehen in der Praxis auch ineinander über und sind demnach gemeinsam zu betrachten.

Identifizierung von begabungsförderlichen Strukturen

Im Anschluss an die theoretische Einführung folgte eine erste Gruppenaufgabe. Hirbei sollten die Lehrpersonen anhand der “SELF-Dimensionen” abgleichen, welche begabungsförderlichen Strukturen an ihren Schulen bereits vorzufinden sind und wie diese konkret aussehen. Sowohl unser Team als auch die Schulen selbst erhielten einen guten Eindruck, wie viel die Schulen bereits schon umsetzen und vor welchen Herausforderungen sie möglicherweise noch stehen bzw. was sie in Zukunft verändern möchten. Die Schulen bearbeiteten diese Aufgabe zunächst für sich und teilten danach ihre Konzepte im Plenum mit den anderen Schulen. So entstand ein sehr wertvoller Austausch, indem Nachfrage gestellt und Ideen sowie Anregungen für die eigenen Schulkonzepte gegeben wurden.

Schulische Integration der PEP-Methode

Aufbauend auf der ersten Gruppenarbeit folgten im zweiten Schritt die Überlegung, wie die PEP-Elemente in die schulinternen Strukturen integriert werden können. Hierfür konnten die Schulen auf ihre Ausarbeitungen aus der ersten Gruppenaufgabe zurückgreifen und dadurch konkrete Szenarien für den Einsatz von PEP anlegen. Mithilfer dieser Aufgabe wurde die PEP-Methode nicht nur auf die Schulen aufgesetzt, sondern bewusst als Teil ihres Schulsystems und -alltags integriert. Dabei sind tolle nachhaltige und vor allem schuleigene Konzepte zur Anwendung von PEP an den Schulen entstanden. Auch für die Schulen war dieser reflektive und auch konzeptionelle Workshop sehr wichtig für die weitere Arbeit mit PEP.

Ausblick

Wir blicken somit auf vier sehr produktive und trotz digitaler Versionen wertvolle Arbeitstreffen zurück und freuen uns sehr über den entstandenen Austausch. Zudem danken wir für jede Form von Feedback, das uns erreicht hat, durch welches wir die Möglichkeit haben, bestehende Lücken in PEP zu füllen und damit das Tool und die Methode in seiner Anwendung zu verbessern.