Iterative (Weiter-)Entwicklung von meinPEP und den schulspezifischen digitalen Tools

Im Juni besuchten wir unsere Expeditionscampschulen in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Glücklicherweise waren seit langer Zeit wieder einmal Workshops in Präsenz möglich. Im Zentrum der Workshops stand die iterative Weiterentwicklung der schulspezifischen Tools und von meinPEP sowie die schulweite Skalierung von PEP und der digitalen Tools.

Iterative Software-Entwicklung im Projekt LemaS-PEP

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Iteratives Vorgehen beschreibt einen zirkulären und schrittweisen Prozess von Softwareentwicklung und austesten der (Weiter-) Entwicklung mit echten PEP-Nutzer:innen. Indem die PEP-Nutzer:innen die Methode und die Tools im Schulalltag ausprobieren, ergeben sich alltags- und praxisnahe Optimierungsvorschläge, die daraufhin in die Software eingearbeitet werden.
Ein iteratives Vorgehen im Sinne des Design-Based-Research (vgl. Schmiedebach & Wegner, 2021) ermöglicht die Weiterentwicklung der digitalen Tools nah am schulischen Einsatzgebiet sowie im Austausch mit den PEP-Nutzer:innen. Im Zuge von jedem Iterationsschritt werden die Tools für deren Einsatzfähigkeit in der Begabungsförderung verbessert.
Erst durch eben jene iterative Weiterentwicklung und die mit ihr immanent verbundene Praxisnähe wird eine schulweite Skalierung von PEP und meinPEP überhaupt erst möglich.

Schulweite Skalierung der PEP

Zum Ende der ersten Projektphase von PEP stellen sich einige Schulen den Chancen und Herausforderungen der schulweiten Skalierung von PEP. Durch den klar strukturierten Aufbau der PEP ermöglicht sie als Methode und in Form der Webapp “meinPEP” oder den schulspezifischen Tools eine einheitliche Strukturierung und Begleitung der individuellen Förderung aller Schüler:innen. Durch das feste Schema und die regelmäßigen Qualitätskontrollen der PEP durch Evaluationen kann sie zur Qualitätssicherung und Standardisierung von Begabungsförderung beitragen.

Wenn wir von Skalierung sprechen, möchten wir allen interessierten Schüler:innen die Nutzung der PEP ermöglichen. Durch eben jene Standardisierung grundlegender Schritte in der individuellen Förderung schafft die PEP Ressourcen, um „die große unbekannte Mitte“ als auch die leistungsschwächeren und potenziell leistungsfähigen Schüler:innen in den Blick zu nehmen. Indem möglichst viele Schüler:innen individuell in ihren Begabungen gefördert werden, übertragen wir die Kerngedanken von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit auf die PEP im spezifischen und die Schule im Allgemeinen.

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Im Rahmen der Schulbesuche orientierten wir uns an den folgenden Leitfragen:

  • Wie setzen die Schulen die Methode der PEP und die WebApp meinPEP bzw. schulspezifischen Tools aktuell ein?
  • Was braucht es für eine schulweite Skalierung der PEP?

Gemeinsam mit den Schulen führten wir individuelle Bedarfsanalysen im Sinne iterativer Entwicklung durch, um die Prozessabstimmung von Theorie und Praxis zu gewährleisten. Im Fokus der Bedarfsanalysen stand die Besprechung der Toolnutzung im Alltag (z.B. PEP Gespräche außerhalb vom Unterricht) sowie die konkrete Anwendbarkeit im Unterricht. Durch die zusätzliche „Live-Nutzung“ der digitalen Tools konnten, wir neue Erkenntnisse zur Beantwortung der Leitfragen gewinnen. Der intensive Austausch während der Schulbesuche führte zur gemeinsamen Entwicklung konkreter Umsetzungsideen für eine schulweite Skalierung der PEP. Exemplarische Themen waren die Auswahl von Schüler:innen für die PEP, die Kommunikation mit den Schüler:innen sowie die Entwicklungsplangespräche.
Die Schulbesuche zeigten uns nochmals sehr deutlich, dass die PEP als Impulsgeber für eine begabungsförderliche Schulentwicklung fungiert. Zudem schafft die PEP einen Rahmen für die Begabungsförderung, der flexibel an verschiedendste schulischspezifische Bedarfe angegliedert werden kann.

Ausblick für Herbst 2022

Wir blicken daher zurück auf drei erfolgreiche Workshops mit unseren Expeditionscampschulen und freuen uns sehr über den gewinnbringenden Austausch. Dabei erreichten uns nicht nur konkrete Ideen für die Weiterentwicklung des Tools, sondern auch neue Einblicke in die praktische Arbeit mit der PEP-Methode. Im Sinne der iterativen Entwicklung greifen wir den praxisnahen Input auf und die leiten die entsprechenden Weiterentwicklungen der digitalen Tools in die Wege.

Zudem bereiten wir uns auf die LemaS-Tagung im September in Berlin vor. Hier wird es neben den Workshops mit unseren Projektschulen auch einen Praxisvortrag zur schulweiten Skalierung der PEP (28.09.) sowie einen wissenschaftlichen Vortrag zum Beitrag der PEP als Impulsgeber für die Schulentwicklung (29.09) geben. Weitere Informationen entnehmen Sie gerne dem Tagungsprogramm.

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